Projekt Folgen einer globalen Erwärmung - INFORMATIONEN





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WBGU-Jahresgutachten 1993


Welt im Wandel: Grundstruktur globaler Mensch-Umwelt-Beziehungen

Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltveränderungen
Economica Verlag, Bonn, © 1993
224 Seiten, broschiert DM 68.-
ISBN 3-87081-373-3
Das Gutachten ist einzusehen auf der Homepage des AWI:
http://www.awi-bremerhaven.de/WBGU


Buchrückentext des WBGU-Jahresgutachtens 1993


Auch nach dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro ist bei den bedrohlichen globalen Umweltveränderungen keine Trendwende in Sicht. Unbesonnene Wirtschaftstätigkeit und die wachende Zahl der Menschen bedrohen, schädigen, ja zerstören weltweit viele natürliche Lebenräume. Langfristig gefährdet sich die Menschheit selbst in ihrem Überleben. Globale Umweltveränderungen haben andere Ursachen und zeigen viel komplexere Wirkungen als die meisten nationalen Umweltprobleme: Emissionen in den Industrieländern führen beispielsweise zu Änderungen des globalen Klimas. Betroffen von diesen Klimaänderungen sind aber ganz andere Länder, etwa durch Ernteausfälle oder einen Anstieg des Meeresspiegels an ihren Küsten.

Die Bundesregierung hat im Jahr 1992 den Wissenschaftlichen Beirat "Globale Umweltveränderungen" eingesetzt. Er soll in Jahresgutachten durch Empfehlungen zu politischem Handeln und zum Forschungsbedarf den nationalen Beitrag zum Einleiten einer Trendwende formulieren und eine Umsetzungsstrategie entwickeln.

Im ersten Jahresgutachten 1993 beschreibt der Beirat die enge globale Vernetzung von Mensch und Natur, Gesellschaft und Umwelt. Globale Umweltziele und die weitere wirtschaftliche Entwicklung müssen besser aufeinander abgestimmt werden: Die Umweltpolitik muß, bei uns wie bei den Entwicklungsländern, die globalen Umweltwirkungen weit stärker als bisher in die Rahmendaten des Wirtschaftens einbeziehen. Der Beirat gibt mit Blick auf die Haupttrends


einige übergreifende Empfehlungen:

WBGU-Jahresgutachten 1995


Welt im Wandel: Wege zur Lösung globaler Umweltprobleme.
Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltveränderungen
Springer-Verlag, Berlin, © 1996
247 Seiten, 36 Abbildungen, 9 Tabellen, gebunden DM 78.-
ISBN 3-540-60397-2

Das Gutachten ist einzusehen auf der Homepage des AWI:
http://www.awi-bremerhaven.de/WBGU

Buchrückentext des WBGU-Jahresgutachtens 1995

Die Berliner Klimakonferenz im Frühjahr 1995 hat einmal mehr deutlich gemacht: Um den vom Menschen verursachten Klimaveränderungen gegenzusteuern, ist ein Umdenken auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene notwendig. Das gilt nicht nur für das Klima. In den vergangenen Jahren haben sich die Haupttrends der globalen Umweltveränderungen (Bodendegradation, Verlust an biologischer Vielfalt, Wasserknappheit, Bevölkerungswachstum) keineswegs abgeschwächt, sondern eher noch verschärft.

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) beschreibt in dem vorliegenden Jahresgutachten Wege zur Lösung globaler Umweltprobleme. Zwar sind in vielen Bereichen endgültige Lösungen nicht erkennbar, noch aber scheinen bei entsprechendem Willen und Handeln der Beteiligten irreversible katastrophale Schäden der globalen Umwelt im Prinzip vermeidbar. Ob diese Wege auch wirklich beschritten werden, muß die Zukunft zeigen, denn dazu sind große Anstrengungen und erhebliche Umorientierungen im lokalen, nationalen und globalen Maßstab notwendig.

Zwei Wege sind parallel zu verfolgen: Zum einen müssen die gesellschaftlichen Voraus&shyp;setzungen zur Lösung globaler Umweltprobleme verbessert werden. Diese Maßnahmen auf individueller und institutioneller Ebene fordern Staat und Gesellschaft, wobei auch die Nichtregierungsorganisationen eine bedeutende Rolle spielen können. Zum anderen müssen für verschiedene Bereiche globaler Umweltprobleme in einem demokratischen Abstimmungsprozeß internationale Vereinbarungen formuliert bzw. verschärft und mit geeigneten Maßnahmen durchgesetzt werden.

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Nachweis einer anthropogenen Klimaänderung


MAX-PLANCK-INSTITUT FÜR METEOROLOGIE

Bundesstraße 55, D-20146 Hamburg


Klimaänderung mit einer geschätzten Wahrscheinlichkeit von 95 % nachgewiesen

Nach Modellrechnungen hat der gemessene Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre um 25 % seit Beginn der industriellen Revolution, zusammen mit den in der Treibhauswirkung vergleichbaren Zunahmen von Methan und FCKWs, bereits eine globale Erwärmung von 0.5° C - 1.0° C erbracht. Gemessen wird in der Tat eine Zunahme der global gemittelten Oberflächentemperatur der Erde von 0.7° C. Bisher ließ sich aber diese Erwärmung nicht eindeutig auf den Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen zurückführen, da sie noch in der gleichen Größenordnung wie Schätzungen der natürlichen Klimavariabilität liegt. Neuere Modellrechnungen und verbesserte Methoden des Signal-nachweises haben aber nun eine quantitative Abschätzung der Wahrscheinlichkeit ermöglicht, daß die beobachtete Temperaturzunahme natürlichen Ursprungs ist: sie liegt unterhalb 5 %. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, daß die Erwärmung auf externe Einflüsse zurückzuführen ist - insbesondere auf die Zunahme der Treibhausgasemissionen - liegt bei 95 %.

Die neue quantitative Abschätzung basiert auf

Eine Unsicherheit besteht allerdings noch darin, ob die natürliche Variabilität mit dem Modell ausreichend gut simuliert wurde. Es gibt eventuell einige wichtige Prozesse, die zur Variabilität des wirklichen Klimas beitragen, die aber nicht im Modell berücksichtigt wurden. Hierzu gehört die Variabilität der Sonneneinstrahlung (spekulativ, aber nicht auszuschließen) oder der Vulkanismus (wurde abgeschätzt und als unwesentlich weggelassen). Es ist auch möglich, daß einige Wechselwirkungen (z.B. mit dem Meereis) unrealistisch im Modell wiedergegeben werden. Zwar wurde die Modellvariabilität anhand von Beobachtungen in der Größenordnung verifiziert, man sollte aber sicherheitshalber von einem Nachweis mit "geschätzter Wahrscheinlichkeit" sprechen.

Gruppen in den USA (Princeton) und dem UK (Hadley Centre) haben vor kurzem ähnliche, vorsichtig formulierte Aussagen gemacht anhand der globalen Mitteltemperatur, ohne allerdings eine detaillierte Mustererkennungsanalyse anzuwenden oder eine quantitative Wahrscheinlichkeitsangabe zu machen.

Hamburg, den 15. Februar 1995, 16.50 Uhr

Klaus Hasselmann

Anmerkung:
Der Nachweis einer anthropogenen Klimaänderung anhand des großskaligen globalen Temperatursignals sollte nicht mit den neuerdings angeblich beobachteten höheren Häufigkeiten von extremen Wetterereignissen in Verbindung gebracht werden. Es erscheint fraglich, ob diese Ereignisse, falls eine Zunahme der Häufigkeit wirklich statistisch belegbar ist, auf eine anthropogene Klimaänderung zurückzuführen sind. Die Modelle ergeben für die heutige Zeit noch keine signifikanten Änderungen in der Statistik extremer Ereignisse, sind allerdings weniger zuverlässig in der Vorhersage dieser Größen als in der Berechnung großskaliger Temperaturänderungen. Auf alle Fälle ist der Nachweis von anthropogenen Änderungen in der Statistik von Extremereignissen wesentlich schwieriger zu erbringen (wenn, natürlich, auch sehr erwünscht) als in den Temperaturfeldern.


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Der warme Sommer 94 - Vorbote einer Klimaänderung?

Aussagen von Modellrechnungen.


Die Rekordhitzewelle des Sommers '94 in Europa gab zu Spekulationen Anlaß, daß dieses eine Folge der vorausgesagten globalen Erwärmung durch die steigenden Treibhausgaskonzentrationen sein könnte. Mit 5 Grad Celsius über dem langjährigen Monatsmittelwert war der Juli '94 der heißeste Sommer seit Beginn der Registrierung.

Der Sommer '94 bestätigte die alte Bauernregel, daß die Großwetterlage, die am Siebenschläfertag (27. Juni) vorherrscht, auch noch für die nächsten 7 Wochen anhalten wird. Diese Regel traf auch im kalten, verregneten Sommer 93 zu und ist Ausdruck der bekannten meteorologischen Erscheinung, daß sich Großwetterlagen zum Beginn des Sommers allgemein stabilisieren.

Die Diskussion zum heißen Sommer '94 (der kalte Sommer '93 scheint schnell vergessen) erinnert an die widersprüchlichen Aussagen zum heißen und extrem trockenen Sommer 1988 in den Vereinigten Staaten, als der Mississippi bis auf ein kleines Rinnsal versiegte. Vor dem amerikanischem Kongress wurde dieses auch von einigen Klimaforschern als Vorbote der globalen Erwärmung deklariert, obwohl die Mehrheit der Experten die Dürre als Folge eines besonders starken natürlichen El Nino Ereignisses erklärten, einer alle paar Jahre unregelmäßig auftretenden anomalen Erwärmung des östlichen Pazifiks. Die starken Überflutungen des Mississippi im Jahre 1993 unterstrichen dann die Gefährlichkeit, aus einzelnen kurzfristigen, regionalen Klimaanomalien auf eine langfristige globale Klimaänderung zu schließen.

Grundsätzlich ist ein eindeutiger Nachweis einer globalen Klimaänderung nur mit Hilfe global verteilter Messungen über lange Zeiträume möglich. Aus solchen Meßreihen hat man einen Anstieg der global gemittelten Temperatur der Erde um etwa 0,7 Grad Celsius in den letzten hundert Jahren ermittelt. Dieser Anstieg stimmt in der Größenordnung mit Modellrechnungen der Temperaturerhöhung infolge der bisherigen Zunahme der Treibhausgase überein. Er liegt aber auch noch im Bereich der natürlichen Klimaschwankungen und kann daher noch nicht mit Sicherheit auf menschliche Einwirkungen zurückgeführt werden. Auf alle Fälle kann der geringfügige bisherige globale Temperaturanstieg von weniger als einem Grad nicht überzeugend in kausale Verbindung zu extremen lokalen Temperaturanomalien in der Größenordnung von 5 Grad gebracht werden. Es ist höchsten durch eine leichte Anhebung der mittleren Referenztemperatur eine geringfügige Erhöhung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens solcher extremen Hochtemperaturereignissen zu erwarten. Die Schwierigkeit, Trends aus einzelnen Anomalien abzuleiten zu wollen wird jeder verstehen, der einmal versucht hat, am Strand aus den Auflaufhöhen einzelner Wellen zu entscheiden, ob gerade Ebbe oder Flut ist. Ein Pegel, der den Wasserstand mittelt, gibt hierüber wesentlich schneller Auskunft als eine Betrachtung einzelner Wellen.

Es ist gelegentlich spekuliert worden, daß eine globale Erwärmung nicht nur zum vermehrten Auftreten von hohen Temperaturen durch die Anhebung des Mittelwertes führen würde, sondern auch zu einer Erhöhung der Schwankungsamplituden der Klimaanomalien an sich führen würde, daß also mit vermehrten Stürme, Überschwemmungen und anderen Katastrophen zu rechnen sei. Diese Vermutungen sind von Modellrechnungen bisher nicht bestätigt, aber auch nicht eindeutig widerlegt worden. Die Auflösungen der Modelle reichte bisher nicht aus, um hierzu zuverlässige Prognosen zu erstellen. Mit dem neuen Cray Superrechner C916 hofft man, diese Fragen zuverlässiger beantworten zu können.

Zusammenfassend ist also festzustellen: weder die Beobachtungen noch die bisher durchgeführten Modellrechnungen lassen den Schluß zu, daß der Rekordsommer '94 in Europa ursächlich auf die globale Erwärmung zurückzuführen ist.

Die aktuelle wissenschaftliche Diskussion über die Frage, ob wir die heute noch relativ kleine anthropogene Klimaänderung bereits feststellen können - wir liegen dicht an der Grenze des Nachweises, der aber nur an langen globalen Datenzeitreihen, nicht an regionalen Einzelereignissen zu führen sein wird - sollte nicht von der Auseinandersetzung mit den Folgen der wesentlich größeren globalen Erwärmung ablenken, die uns nach den vorliegenden Modellrechungen im nächsten Jahrhundert bevorsteht. Bei einem unverminderten Zuwachs der Treibhausgasemissionen wird eine globale Erwärmung von etwa 3 Grad Celsius gegen Ende des 21. Jahrhunderts prognostiziert. Ungewöhnlich heiße Sommer werden dann zur Norm, und es ist mit großen Verschiebungen der Klimazonen der Erde zu rechnen.

Eine zuverlässige Prognose der zu erwartenden regionalen und jahreszeitlichen Klimaänderungen - einschließlich der für die Lebensbedingungen des Menschen besonders wichtigen Verschiebungen in den Häufigkeiten von extremen Ereignissen - kann nur mit Hilfe aufwendiger Rechnungen mit komplexen Klimamodellen erstellt werden. Derartige Rechnungen können nur an wenigen Forschungsinstitutionen, die über die notwendigen leistungsfähigen Supercomputer verfügen, durchgeführt werden. Am DKRZ wurde der wohl bisher umfangsreichste Satz solcher Computersimulationen erstellt. Aber auch in diesen Rechnungen war die räumliche Auflösung bei etwa 500 km noch nicht ausreichend, um z.B. eine veränderte Häufigkeit von Stürmen oder Dürreperioden zuverlässig vorauszusagen.

Mit der neuen Großrechenanlage am DKRZ, die am 16.9.94 offiziell eingeweiht wird, wird es möglich sein, die künftige Entwicklung des Klimas mit höherer räumlicher Auflösung zu berechnen. Aus solchen Simulationen wird man dann insbesondere auch die Änderungen der Häufigkeiten von extremen Ereignissen zuverlässiger ermitteln und somit besser beurteilen können, wann in der Zukunft die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Hitzewelle sich signifikant erhöht haben wird.

Abbildungen:

Die Abbildungen geben an, was in den Klimasimulationen am DKRZ für Mitteleuropa vorhergesagt wird und ab wann man erwarten kann, den anthropogenen Treibhauseffekt global eindeutig zu erkennen:

Abbildung 1: Die Temperatur der bodennahen Luftschichten über Mitteleuropa für jeden Monat, ihre Veränderung und ihre doppelte Standardabweichung (als Maß der Variabilität) bei einer Verdopplung bzw. Verdreifachung der CO2 Konzentration in der Atmosphäre. Diese Werte wurden in sogenannten Zeitscheibenexperimenten mit der für Klimaänderungssimulationen hohen Auflösung von ca. 250 km für einen Zeitraum von 30 Jahren berechnet. Man erkennt deutlich einen allgemeinen Anstieg der Temperatur bei einer Zunahme der Treibhausgase, besonders extrem im Sommer bei einer CO2 Verdreifachung. Die Temperatur der Klimaänderung liegt signifikant über der heutigen Temperatur, jedoch kann keine eindeutige Änderung der Standardabweichung und damit der Variabilität nachgewiesen werden.

Abbildung 2: Die monatsweise gemittelte tägliche Minimal- und Maximaltemperatur und ihre Veränderungen in den bodennahen Luftschichten über Mitteleuropa, simuliert in den Zeitscheibenrechnungen. Neben der allgemeinen Zunahme der Minimum- und Maximumtemperatur erkennt man, daß bei einer Verdreifachung der CO2 Konzentration der Minimum- Maximumunterschied (d. h. der Tag-Nachtunterschied) im Sommer zu- und im Winter abnimmt.

Abbildung 3: Die jahreszeitlichen Mittelwerte des Niederschlages und seiner Intensität, sowie die Anzahl der trockenen Tage und die Länge von Trockenheitsperioden, simuliert in den Zeitscheibenrechnungen für das heutige Klima (Säule 1), bei einer Verdopplung (Säule 2) bzw. Verdreifachung (Säule 3) der CO2 Konzentration in der Atmosphäre, jeweils für Mitteleuropa. Man erkennt in allen Jahreszeiten bis auf den Winter eine Abnahme der Niederschläge bei zunehmender CO2 Konzentration bei einer gleichzeitigen leichten Zunahme der Starkregenereignisse. Die Anzahl der trockenen Tage wächst im Jahresmittel an, wobei die längeren Trockenperioden besonders stark zunehmen.

Abbildung 4: Die zeitliche Entwicklung der gemittelten bodennahen Lufttemperatur in einem 150 Jahres Experiment mit dem Hamburger Modell (EIN) für das IPCC 1990 Szenarium A ("business as usual"). Die Änderungen sind relativ zu den Jahren 1951-1980 berechnet worden. Die schattierte Fläche gibt die Variabilität der Simulation wieder. Das Klimaänderungssignal kann eindeutig vom Rauschen getrennt werden, wenn die schattierten Flächen von der Kontrollsimulation und dem Klimaänderungsexperiment auseinanderlaufen (etwa im Jahre 2020). Ebenfalls eingezeichnet: Die beobachtete Klimaänderung (grüne Kurve), die sich innerhalb der Variabilität des Klimamodelles bewegt. Dieses zeigt, daß das Hamburger Klimamodell das heutige Klima realistisch simuliert.


Quelle: DKRZ Hamburg, URL: http://www.dkrz.de
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Beitrag der Landwirtschaft zur Klimaänderung


Zum Thema Landwirtschaft und Klimaänderung findet man interessante Informationen auf der URL:

http://www.umwelt.de/wissen/landwirtschaft/klima/welcome.html

Die Emissionen von Treibhausgasen entstehen zu 50 Prozent beim Verbrauch fossiler Energieträger bei der Energieerzeugung in Industrie, Haushalten und beim Verkehr, zu 20 Prozent durch die Produktion und den Verbrauch der FCKW, zu 15 Prozent durch die Brandrodung und Vernichtung der Tropenwälder und zu 15 Prozent in der Landwirtschaft (vergl. Abb. 1). Die Landwirtschaft trägt somit nicht nur zu zahlreichen regionalen Umweltbelastungen und -schäden bei, sondern ist zugleich wesentlicher Mitverursacher der globalen Klimaänderung. Die zunehmende Intensivierung, Spezialisierung und Mechanisierung erfordern einen erheblich steigenden Betriebsmitteleinsatz im Pflanzenbau und in der Tierhaltung. Besonders deutlich wird dies in dem drastischen Anstieg der mineralischen Stickstoffdüngung und in der zunehmenden Konzentration in der Massentierhaltung, die zu einer Gülledüngung führt, die eher einer Abfallbeseitigung gleichkommt. Vor allem Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Kohlendioxid (CO2) und Ammoniak (NH3) werden in der Landwirtschaft freigesetzt.

Inhalt:

Die Rolle des Methans
Die Rolle des Ammoniaks
Die Rolle des Stickstoffs
Die Rolle des Kohlendioxids (CO2)
Wie die Landwirtschaft klimaverträglicher wird
Literatur Öko-Landbau
Literatur Klima

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Bevor die Erde erstickt


Niedersachsen hat im März ein Handlungsprogramm vorgestellt, daß helfen soll, die Belastung der Natur durch stickstoffhaltige Verbindungen zu mindern. Das Programm war von einer Arbeitsgruppe der Umwelt- und der Agrarministerkonferenz unter Vorsitz Niedersachsens erstellt worden. Der Bericht schlüsselt nach Quellen" genau auf, welche Stickstoffverbindungen [Ammoniak, Nitrat, (Di-)Stickstoffoxid(e)] diese freisetzen und wie hoch ihr Anteil am Gesamtausstoß ist. Ein eigenes Kapitel des Programms versucht, die Umweltschäden infolge der Emissionen in DM auszudrücken. Nach Erhebungen aus dem Jahr 1995 beträgt der jährliche Eintrag an reinem Stickstoff über die Atmosphäre und die Hydrosphäre 2,75 Millionen Tonnen. Den größten Anteil hieran hat mit 48,3 Prozent die Landwirtschaft, gefolgt von Verkehr (21,6 Prozent), Ernährung und Abwasser (17,2 Prozent) sowie Energiewirtschaft, Industrie und unser Heizbedarf (12,9 Prozent). Die meisten Handlungsvorgaben für die Landwirtschaft sind nach Ansicht der Arbeitsgruppe bereits in der Düngeverordnung enthalten, welche es noch konsequent umzusetzen gilt. Es geht hauptsächlich darum, bedarfsgerecht zu füttern und zu düngen, Dünger gezielt auszubringen und überschüssige Gülle abzudecken bzw. für die Biogaserzeugung zu nutzen. Darüber hinaus empfiehlt die Arbeitsgruppe, sog. Nitrifikationshemmer einzusetzen, die verhindern, daß Bakterien organisches Material zu Nitrit und Nitrat oxidieren. Insgesamt ließen sich so 23 Prozent der Stickstoffverluste aus der Landwirtschaft vermeiden. Langfristig können diese Ziele jedoch nur eingehalten werden, wenn der Viehbestand aufgrund geringerer Nachfrage gesenkt wer-den kann. Dem Vorschlag der Umweltministerkonferenz, das Besteuerungssystem in der Landwirtschaft zu reformieren und eine Düngemittelabgabe zu erheben, wollte die Agrarministerkonferenz nicht zustimmen.
Bei Industrieanlagen und Energieversorgern, welche die gesetzlichen Regelungen bereits weitestgehend umgesetzt haben, läßt der hohe technische Stand kaum noch Minderungspotential offen. Weitere Maßnahmen wären hier so teuer, daß sie erst sinnvoll wären, wenn in den anderen Problembereichen ein ähnliches Niveau erreicht würde. Im Bereich Verkehr setzt das Programm neben sauberen Antriebstechniken (Gas- und Elektromotoren) darauf, die Mineralölsteuer langfristig zu erhöhen und verkehrsfördernde Regelungen wie Stellplatzverpflichtung und Parkplatzsubventionen abzubauen. Wird der Maßnahmenkatalog vollständig umgesetzt, erwarten die Minister mittelfristig einen Rückgang der luft- bzw. wassergetragenen N-Emissionen um 40 bzw. 27 Prozent. Das entspricht einem Gesamtminderungspotential von 35 Prozent (960 kt). Langfristige Minderungsziele von 60 bis 80 Prozent, wie sie Experten fordern, sind mit diesen Maßnahmen allein aber nicht zu erreichen. Da rund 60 Prozent der Stickstoffemissionen über den Luftpfad in die Umwelt gelangen, ist es besonders wichtig, gesamteuropäische Handlungskonzepte zu verwirklichen. (sch)

Das 140seitige N-Minderungsprogramm erhalten Sie gegen 3 DM bei: Niedersächsisches Umweltministerium, Herr Dr. Neidhart, Archivstr. 2, 30169 Hannover, Fon 0511/120-3214.


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Klimamodelle - wo stehen wir?


Dieser Artikel erschien in den physikalischen Blättern.
Phys. Bl.51 (1995) Nr.4 0031-9279/95/0404-0269-$5.00+.25/0
Copyright VCH, D-69451 Weinheim, 1995

Erreichtes und Probleme bei der Vorhersage und dem Nachweis anthropogener Klimaänderungen mit globalen Klimamodellen

U. Cubasch, B. D. Santer und G. C. Hegerl

Am 20. Februar 1995 meldeten es alle Nachrichtenagenturen: Mit 95prozentiger Wahrscheinlichkeit ist die in den Klimabeobachtungen verzeichnete globale Erwärmung um 0,7 Grad Celsius seit Beginn der Industrialisierung anthropogenen Ursprungs. Dieses Ergebnis einer komplexen Analyse von Klimamodellrechnungen am Deutschen Klimarechenzentrum in Hamburg gab dessen Direktor Klaus Hasselmann an diesem Tag der Bundesregierung bekannt. Der folgende Beitrag von Mitarbeitern dieses Zentrums ist eine kritische Analyse der Methodik von Klimasimultationsrechnungen. Er beschreibt, wie man mit Hilfe von gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Modellen zu einer solchen Aussage gelangt, welche Probleme dabei auftreten und wo die Grenzen der heutigen Modelle liegen.

Inhalt:
1. - Einleitung
2. - Klimamodelle und Experimente zur Klimaänderung
2.1 - Die Problematik von Modellvorhersagen
2.2 - Klimavorhersagen verschiedener globaler Modelle
2.3 - Simulation von Rückkopplungen
2.4 - Sensitivität gegenüber den Anfangsbedingungen
2.5 - Die Eindeutigkeit der Klimaänderung
2.6 - Die zukünftige Entwicklung der Treibhausgase
2.7 - Das Kaltstartproblem
3. - Die natürlichen Variabilität des Klimasystems
3.1 - Beobachtungen
3.2 - Paläoklimatologische Daten
3.3 - Klimamodelle
4. - Der Nachweis einer Klimaänderung
5. - Die Zuordnung von Klimaänderung zu Klimaantrieb
6. - Schlußbemerkungen
7. - Literaturverzeichnis

Den ausfürlichen Beitrag können Sie lesen unter der URL

http://www.dkrz.de/dkrz/publikationen/klimamodelle/physbl_1.html


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Data Processing Requirements for Global Climate Simulations


Facts and Expectations

Wolfgang Sell and Volker Gülzow

Deutsches Klimarechenzentrum GmbH
Bundesstraße 55
D-20146 Hamburg

Dieser Artikel erschien in:
Fokus Praxis Information und Kommunikation - Band 13, Supercomputer 1995 - Anwendungen, Architekturen, Trends, K.G. Saur Verlag GmbH & Co KG, ISBN 3-598-22412-5, Hrsg. Hans-Werner Meuer. Eine Postscript-Version wird daher nicht angeboten.

Abstract. Climate research relies on compute and data intensive simulations which have become possible during the recent decades due to the tremendous improvements in high performance computer systems and data storage facilities. Climate simulations belong to the class of Grand Challenge Problems; as such, climate research to the extent that it is based on climate simulations is currently limited by compute power and data management capabilities of available computer systems.

The physical climate system is described by the dynamics of its subsystems and the coupling between them: Atmosphere, ocean, cryosphere, land masses and the biosphere. The most compute intensive part is the modelling of the atmosphere and the ocean which is based on the Navier-Stokes equations, thermodynamics and state equations; the effect of the solar radiation is treated by radiative transfer equations. Basically the atmosphere in a climate model is handled in the same way as it is in a weather forecast model. In a weather forecast model only the variables which describe the development of the atmosphere are predicted and the variables describing the remaining slow subsystems of the climate system are considered to be externally prescribed boundary conditions. In a fully developed climate model the variables of all subsystems need to be predicted as well as the interaction between the subsystems. Climate simulations are extended over periods ranging from a year to many millennia depending on the problem under investigation.

Due to the long integration periods the spatial resolution of climate models currently is relatively poor when compared to weather forecast models. However, a spatial resolution comparable to that used in weather predictions is needed for climate models if statistics of extreme events like hurricanes or severe storm surges are to be extracted from climate simulations. Additional requirements for compute power will arise from the inclusion of bio-geochemical tracers in the climate models and the demand for ensemble predictions.

Since the amount of data created in simulations increases nearly linearly with the available compute power huge quantities of data need to be handled; the amount of data generated from simulations and stored for further investigation for a period of 3 to 5 years is expected to grow during the next decade to about a petabyte at DKRZ. Current hardware and software technology is capable of storing this amount of data; however, the efficient retrieval of the relevant data for further investigations is an yet unsolved problem.


1 Introduction
2 Climate Modelling

3 Numerical Methods
4 Compute Requirements
5 Parallelization Strategies
6 Architecture of Future Compute-Servers
7 Data Requirements
8 Conclusion
9 References

Der ausführliche Artikel ist nachzulesen unter der URL:

http:www.dkrz.de/dkrz/publikationen/data_processing/SMann05_1.html


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Unterrichtshilfen


Viele Unterrichtshilfen zum Thema Energiesparen und Klimawandel findet man auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Energiesparen und Klima
http://www.dkrz.de/schule/
Insbesondere werden auch Experimente für den Unterricht zum Thema Klimawandel beschrieben und eine umfangreiche Literaturliste bereitgestellt.
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© Rolf Nerlich ( zuletzt geändert am 24. 02. 2010)