
Bild 1.1: Prozentuale Verteilung der Kunststoffe in der westlichen Welt nach Typen /2/
In Bild 1.1 ist die prozentuale Verteilung der Kunststoffproduktion in der westlichen Welt von 1991 dargestellt. Deutlich erkennbar ist der Anteil der vier Massenkunststoffe Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid und Polystyrol mit einem Gesamtanteil von fast 70 Prozent.
Grundsätzlich lassen sich damit die Recyclingverfahren entsprechend der obigen Auflistung in drei Bereiche unterteilen, das materielle oder werkstoffliche Recycling, das rohstoffliche Recycling und das energetische Recycling.
Die verschmutzten und vermischten Kunststoffabfälle werden in die
einzelnen Fraktionen Polyolefine, Polystyrol und Polyvinylchlorid getrennt und
zu Regranulaten mit hohen Reinheitsgraden verwertet. Bei dem physikalischen
Verfahren (materielles Recycling) werden die Abfälle zunächst
zerkleinert, gewaschen und anschließend separiert und getrocknet. Die
Zerkleinerung erfolgt durch einen langsam laufenden Vorzerkleinerer und einer
Schneidmühle. Bei der Vorzerkleinerung wird das Abfallmaterial auf etwa
handtellergroße Stücke und in der Schneidmühle
anschließend auf ca. 10 mm große Stücke zerkleinert. Durch
verschiedene Siebe kann die Größe der gewünschten Zerkleinerung
individuell eingestellt werden. Um ein Einreiben von Verunreinigungen in die
Schnittfläche der Kunststoffpartikel zu vermeiden und den Verschleiß
der Messer möglichst gering zu halten, wird bereits bei dem Schneidvorgang
Wasser zugeführt. Der Zerkleinerung der Kunststoffe folgt ein intensiver
Waschvorgang in einem Trommelsieb. Die Schnitzel durchlaufen eine Waschstrecke
und werden dabei permanent mit Brauchwasser besprüht. Durch diesen
Reinigungsvorgang wird die Oberfläche der Partikel optimal mit Wasser
benetzt. Dies ist für den späteren Trennvorgang von großer
Bedeutung. Anschließend wird der Kunststoff durch eine
Förderschnecke zur ersten Trennstufe transportiert. Hartnäckig
anhaftende Schmutzpartikel werden durch die Scherkräfte innerhalb der
Förderschnecke gelöst und durch die Zugabe von Brauchwasser
beseitigt. In der ersten Trennstufe wird in einem Schwimm-Sink-Scheider die
Polyolefin-Fraktion von der absinkenden Schwerfraktion separiert. Die
Schwerfraktion besteht bei Hausmüll zum größten Teil aus
Polystyrol, PVC und Verunreinigungen wie Aluminiumpartikeln, die mit einem
Kunststoffteilchen verklebt sind und beim Waschvorgang nicht beseitigt worden
sind. Die Benetzung der Kunststoffoberfläche mit dem Trennmedium sowie der
Transport innerhalb des Beckens wird mit Hilfe von Paddeln bewerkstelligt. Als
Austrag erhält man eine auf ca. 95 Prozent angereicherte
Polyolefin-Fraktion. Die abgesunkene Schwerfraktion wird kontinuierlich am
Boden des Beckens abgezogen und der nächsten Trennstufe zur weiteren
Aufbereitung zugeführt. Die PO-Fraktion wird in einem nachgeschalteten
Hydrozyklon auf ca. 98 Prozent angereichert. Mit Hilfe eines Vibrationssiebes
wird der Kunststoff vom Wasser getrennt und nach dem Durchlaufen einer
Trocknungsstufe auf einen Restfeuchtegehalt von weniger als 1 Prozent reduziert
und granuliert. Die Schwerfraktion des Schwimm-Sink-Scheiders wird in einer
Nachtrennung mittels Hydrozyklon in eine Polystyrol-Fraktion mit mehr als 98
Prozent angereichert und ebenfalls getrocknet. Die Aufbereitung der
PVC-Fraktion erfolgt nach dem gleichen Schema /5/. Die so anfallenden
sortenreinen Fraktionen können dann durch Aufschmelzen zu den eingangs
genannten Produkten weiterverarbeitet werden.
Ein Verfahren, das die Vorgehensweise bei der Verwertung von gemischt
vorliegenden Kunststoffabfällen näher beschreibt, wurde von einer
österreichischen Firma entwickelt. Mit Hilfe dieses mit dem
Umweltschutzpreis 1989 des Landes Oberösterreich ausgezeichneten
Verfahrens lassen sich die gemischten und vorzerkleinerten
Kunststoffabfälle aus dem Hausmüll durch eine spezielle
Masseaufbereitung in einem Doppelschneckenextruder wirtschaftlich verarbeiten.
Es werden so Hohlraumprofile für den Hoch- und Tiefbau, die
Landwirtschaft, den Wasserbau, das Straßenwesen sowie für den
Garten- und Parkbereich hergestellt. Das Endprodukt dieser Technologie ist ein
neuer Werkstoff, der zwar viele Eigenschaften von Kunststoffen aufweist,
allerdings durch die Vermischung unterschiedlicher Kunststoffsorten und durch
die enthaltenen Fremdstoffe, wie z.B. Etikettenreste, nicht mit
Primärkunststoffen vergleichbar ist. Das nach diesem Verfahren erzeugte
Material steht vorwiegend in Konkurrenz mit Beton, Stahl, Aluminium und Holz
sowie mit einigen Kunststoffprodukten /6/.
Einen anderen, interessanten Weg zur Verwendung von anfallenden
Sekundärrohstoffen in Form von Granulaten, der in seiner Qualität
unter dem des Primärrohstoffs liegt, zeigt ein in Genf angesiedeltes
Unternehmen auf.
Ausgehend von Polyethylen geringer Dichte (PE-LD), dem 1990 in Europa
meistproduziertem Kunststoff, wird gezeigt, wie durch Einsatz dieses
Kunststoffs den ausufernden Kosten bei Neubau und Sanierung von Fahrbahnen
dadurch entgegengetreten werden kann, indem man den Verschleiß der
Verkehrswege mindert. Dies soll durch den Einsatz von PE-LD-Abfällen als
Zuschlagstoff für den Straßenbau bewerkstelligt werden. Diese als
Granulat vorliegenden Abfälle werden der Asphaltmischanlage noch vor der
Zugabe von Bitumen dem auf 220deg.C aufgeheiztem Gestein zugegeben. Durch die
so erfolgte Anreicherung des Straßenbelags durch PE-LD werden beachtliche
Qualitätsverbesserungen der Fahrbahnbeläge erreicht, wie anhand
mehrerer Teststrecken in Österreich, der Schweiz, Frankreich und den USA
gezeigt wurde /3/. Da jedoch Fahrbahnbeläge je nach Belastungsgrad
unterschiedliche, jedoch immer endliche Lebensdauern haben, stellt sich bei
diesem Verfahren die Frage, ob die so angereicherten Straßenbeläge
in der im Straßenbau etablierten Art und Weise oder mit Hilfe eines
ähnlichen Verfahrens wiederverwertet werden können.
Beim katalytischen Cracken entstehen niedrigmolekulare Verbindungen, die mehr
Wasserstoff enthalten, als die höhermolekularen, die schließlich bei
weitgehender Verarmung an Wasserstoff Koks bilden. Um dieser Verarmung
vorzubeugen, setzt man Wasserstoff hinzu; man spricht von Hydrolyse.
Die Hydrolyse, auch Hydrocracken oder spaltendes Hydrieren genannt, stellt
ebenfalls ein katalytisches Abbauverfahren dar. Das Hauptziel dieses Verfahrens
ist die Umwandlung hochsiedender Fraktionen in hochwertige Öle,
Mitteldestillate und Flüssiggas bei hohen Temperaturen und
Wasserstoffpartialdrücken. Wie bei den bisher genannten Verfahren auch,
führen zu hohe Temperaturen zu Koksablagerungen am Katalysator und damit
zu dessen Deaktivierung. Abweichend von anderen Crackverfahren verläuft
das Hydrocracken exotherm. Der Abbauprozeß wird durch die thermische
Spaltung eingeleitet, anschließend liegt eine konkurrierende
Abbaureaktion von hydrolytischer Spaltung und Isomerisierung (Isomer =
chemische Verbindung gleicher Summenformel und verschiedenen Eigenschaften
durch unterschiedliche Strukturformel) vor.
Die bei der Hydrolyse eingesetzten Katalysatoren werden als bifunktionelle
Katalysatoren bezeichnet, d.h. sie besitzen eine hydrierende und eine crackende
Funktion. Es sind Metalle, wie Vanadium, Molybdän, Wolfram, Nickel,
Cobalt, Platin oder Palladium auf nichtmetallischem Trägermaterial (saure
Aluminiumsilikate). Der metallischen Komponente kommt dabei die hydrierende,
dem Träger die crackende Wirkung zu.
Die Prozeßbedingungen sind in besonderem Maße abhängig vom
Ausgangsmaterial. Die Zusammensetzung des Feeds wiederum bestimmt die Wahl des
Katalysators. So ist beispielsweise bei schwefelhaltigem Edukt ein Co/Mo- bzw.
ein Ni/W-Katalysator zu verwenden, während Pt- und Ni-Katalysatoren vom
Schwefel "vergiftet" würden. Stark saure Katalysatoren sind ihrerseits
empfindlich gegenüber organischen Stickstoffverbindungen, da diese bei
Hydrocrackbedingungen zu Ammoniak abgebaut werden, welches die Neutralisation
der sauren Zentren bewirkt. Die Prozeßbedingungen werden allgemein mit
300-350 deg.C und 150 bar, bzw. 70-150 bar angegeben. Die
hohen Drücke sind zur Vermeidung einer schnellen Katalysator-Verkokung
erforderlich.
Bei hochsiedenden Fraktionen ist ein ideales Hydrocracken, d.h. cracken bei
hoher Aktivität der Redox- und Säurekomponente des Katalysators,
nicht mehr möglich; die Redox- als auch die Säurekomponente werden in
ihrer Aktivität durch Koksablagerungen (ggf. auch
"Katalysator-Vergiftungen") stark herabgesetzt. Um solche
Fraktionen/Rückstände dennoch abbauen zu können, bedarf es
schärferer Prozeßbedingungen. Hier werden Drücke von 140-200
bar sowie Temperaturen größer 430 deg.C
benötigt. Bei diesen Temperaturen treten die Spaltreaktionen
gegenüber der Isomerisierung immer mehr in den Vordergrund. Als Beispiel
für ein Hydrocrackverfahren für Rückstände sei hier das
"Isomax-Verfahren" genannt.
Hydrolyseverfahren werden häufig als mehrstufige Festbettreaktoren
ausgelegt (s.a. "Isomax Verfahren"). Die erste Stufe dient dabei vornehmlich
der Eliminierung auftretender Katalysatorgifte sowie von Heteroverbindungen,
die die Produktqualität nachteilig beeinflussen können /7/.
Der Sumpfphasenreaktor - ein einbautenfreier Blasensäulenreaktor - wird
bei Temperaturen zwischen 440-480 degC und einem Druck von
150-250bar gefahren. Aufgrund der starken Exothermie des Prozesses erfolgt die
Temperaturführung über ein Kaltgas-Quenchsystem.
Über die bei diesem Verfahren erzielbaren Produktausbeuten werden keine
konkreten Angaben gemacht, die Flüssigproduktausbeute soll allerdings sehr
hoch sein.

Bild 3.1 Schematische Darstellung des Aufbaus des geplanten Reaktionsverdichters
Die Zielvorgabe einer rohölähnlichen Substanz als Produkt des
Recycling-Prozesses resultiert aus dem Wunsch, einen geschlossenen
Produktkreislauf entstehen zu lassen. Dies läßt sich aber nur
verwirklichen, wenn der durch das Recycling entstandene Sekundärrohstoff
dem Primärrohstoff der Kunststoffe, also Rohöl, ähnelt.
Eine schematische Darstellung der zu entwickelnden verfahrenstechnischen
Maschine, mit der dieses Verfahren umgesetzt werden soll (nachfolgend
Reaktionsverdichter genannt), ist in Bild 3.1 dargestellt.
Die erste Stufe, das Hydrotreating, auch raffinierende Hydrierung genannt,
dient dabei in erster Linie der Entfernung von Verunreinigungen. Als
Verunreinigungen können hier Schwefel-, Stickstoff-, Sauerstoff- und
Chlorverbindungen verstanden werden, die durch Überführung in ihre
Wasserstoffverbindung meist gasförmig aus dem Prozeß geschleust
werden können. Die chemische Umsetzung in die Wasserstoff-Form geschieht
durch ein mildes Hydrieren an Katalysatoren /7/. In zweiter Linie dient das
Hydrotreating dem Abbau von Polymeren als Vorstufe zum eigentlichen
Hydrocracking.
Diese erste Stufe beinhaltet die kontinuierliche Zuführung des
Kunststoffgranulats, die Zudosierung des für die Prozeßstufe des
Hydrotreatings notwendigen Katalysators und die Zuführung der je nach
aufgegebenem Kunststoffgranulat notwendigen Fällungssubstanzen sowie im
Bereich der Druckzone die Zuführung von Wasserstoff. Um beispielsweise die
durch den zugegebenen Prozeßwasserstoff entstandenen Verbindungen wie
Chlorwasserstoff oder Ammoniak vom Kreislaufwasserstoff zu trennen, erscheint
die Möglichkeit der Fällung (Neutralisation) mit
Alkali-/Erdalkali-Metallen (z.B. Natrium) am günstigsten /7/. Die
kontinuierliche Zuführung von Kunststoffgranulat, Katalysatorpellets und
gegebenenfalls auch Fällungssubstanzen in ein System, welches bei
Temperaturen von bis zu 400deg.C und einer Wasserstoffatmosphäre unter
Druck steht, führt zu erheblichen sicherheitstechnischen Anforderungen. In
der konstruktiven Ausführung ist deshalb darauf zu achten, daß es zu
keinerlei unkontrolliertem Austritt von Prozeßwasserstoff kommt.
Das Kunststoffgranulat wird unter Zuführung eines definierten
Wärmestroms auf Temperaturen zwischen 350deg.C und 400deg.C erhitzt,
dadurch geschmolzen und mit den anderen Stoffen vermischt, dabei erfolgt eine
gleichzeitige Druckerhöhung auf den erwünschten Reaktiondruck, der
bei 25 - 60 bar liegt. Parallel zur Druckerhöhung werden mehrere
Prozeßschritte gleichzeitig durchgeführt. Zwei dieser
Prozeßschritte sind der thermische und der mechanische Abbau der
Polymere. Ein weiterer, gleichzeitig ablaufender Schritt ist die Zugabe von
Wasserstoff. Der zugegebene Wasserstoff bewirkt in Verbindung mit dem
Katalysator einen chemischen Abbauprozeß des aufgegebenen Kunststoffes.
Alle aufgegebenen Substanzen werden im Bereich der Druckzone miteinander
für die Dauer der einstellbaren Verweilzeit vermischt. Die Verweilzeit
resultiert aus der durch den Chemismus vorgegebenen Raumgeschwindigkeit, deren
Betrag in der Größenordnung von 2 - 20 h
liegt.
Als Abschluß der ersten Stufe folgt eine Einheit, die dem Ausschleusen
der festen Substanzen wie der Katalysatorpellets, der Fällungssubstanzen
und der evtl. anfallenden Verunreinigungen (z.B. Folienreste) dient. Der an
dieser Vorrichtung kontinuierlich anstehende Massenstrom des Zwischenproduktes,
welches durch den Prozeß des Hydrotreatings entstanden ist, wird dabei
von seinen festen Bestandteilen gereinigt. Vereinfachend auf diesen Vorgang
wirkt sich dabei die bereits in der ersten Stufe des Reaktionsverdichters
erreichte Viskositätserniedrigung durch die Depolymerisation aus. Die
Feststoffe werden an dieser Stelle entweder kontinuierlich oder chargenweise
dem anfallenden Volumenstrom des Zwischenprodukts entzogen. Der so entstehende
Feststoffstrom kann dabei in seine drei Komponenten (Katalysator,
Fällungssubstanzen, Verunreinigungen) fraktioniert werden. Die Fraktionen
Katalysator und Fällungssubstanzen können dadurch, gegebenenfalls
nach Durchlaufen einer notwendigen Aufbereitungsstufe, wieder dem Prozeß
zugeführt werden, die anfallenden Verunreinigungen müssen entsorgt
werden.
Ebenfalls anfallende gasförmige Zwischenprodukte werden abgezogen und
einer Weiterverarbeitung oder Entsorgung zugeführt. In einer Ausbaustufe
kann der dabei anfallende überstöchiometrische Wasserstoff von den
restlichen Gasen getrennt werden, um dem Prozeß nach einer
Aufbereitungsstufe wieder zugeführt werden zu können.
Der so gereinigte Produktstrom der ersten Stufe wird abschließend in
einen Schmelzepuffer geleitet. Sowohl die Filtervorrichtung als auch der
Schmelzepuffer werden aus sicherheitstechnischen Gründen gasdicht und
druckfest ausgeführt und mit einer Heizung versehen, um zu verhindern,
daß durch eine undefinierte Temperierung des zu transportierenden Mediums
die Kontinuität des Prozesses negativ beeinträchtigt wird.
Der Schmelzepuffer dient als Basis für den unabhängigen Betrieb der
beiden Stufen des Reaktionsverdichters voneinander. Es besteht so die
Möglichkeit, nur die erste Stufe zu betreiben, und die dabei entstehenden
Zwischenprodukte in dem Schmelzepuffer zu speichern, oder aber den Betrieb der
zweiten Stufe durch die vorhandene Kapazität des Schmelzepuffers aufrecht
zu erhalten. Als dritte Möglichkeit steht der konventionelle Betrieb der
zweistufigen Hydrierung offen. Diese drei unterschiedlichen Betriebsweisen des
Reaktionsverdichters sollen ideale Betriebszustände für den
Laborbetrieb ermöglichen.
In der zweiten Stufe des in Bild 3.1 dargestellten Schemas des
Reaktionsverdichters läuft die eigentliche Hydrocrack-Reaktion bei einer
Prozeßtemperatur von 250 - 280deg.C und einem Druck von 150 - 250 bar ab
/7/. Diese zweite Stufe ist als Kreislauf konzipiert, um eine flexible
Einstellung des Verweilzeitverhaltens bei geringer Baugröße dieser
Stufe zu erreichen.
Nach dem Austritt aus dem Schmelzepuffer wird die zu depolymerisierende
Kunststoffschmelze über eine Fördervorrichtung auf ein den
Reaktionsbedingungen entsprechendes Druckniveau von 150 bar bis maximal 250 bar
gebracht. Die Kunststoffschmelze tritt mit diesem Druck in den Reaktionsraum
ein. Der notwendige Prozeßwasserstoff wird ebenfalls auf das notwendige
Druckniveau gebracht und in den Reaktionsraum eingespeist.
Der Hydrocrack-Prozeß ist wie der Hydrotreating-Prozeß ein
katalytisch ablaufender Prozeß, allerdings verbietet das vergleichsweise
hohe zu erreichende Druckniveau die gleiche Vorgehensweise wie in der ersten
Stufe. Das heißt, daß Aufgeben des notwendigen Katalysators in Form
von Pellets vor der Druckerhöhung und damit das Durchlaufen der Pellets
durch diese Druckstufe ist in diesem Fall durch die durch die Pellets
entstehende hohe mechanische Belastung innerhalb der Druckstufe nicht
vorgesehen. Eine Anordnung des Katalysators als Bett innerhalb des
Reaktionsraums ist für diesen Fall ideal. Basierend auf
reaktionstechnischen Anforderungen wird dabei durch eine entsprechende
Gestaltung des Katalysatorbettes gewährleistet werden, das sich der
Wasserstoff mit der Kunststoffschmelze annähernd ideal vermischt und
gleichzeitig mit einer möglichst großen katalytischen
Oberfläche in Kontakt kommt.
Nach Austritt aus dem Reaktor wird ein durch die erwünschte Verweilzeit
und somit durch das eingestellte Kreislaufverhältnis definierter
Volumenstrom flüssigen Produkts abgezogen. Gleichzeitig werden anfallende
gasförmige Produkte abgezogen. Auch hier besteht, wie in der ersten Stufe,
die Möglichkeit, in einer Ausbaustufe den dabei anfallenden
überstöchiometrischen Wasserstoff von den restlichen Gasen zu
trennen, um ihn dem Prozeß nach einer Aufbereitungsstufe wieder
zuzuführen. Der nicht abgezogene Volumenstrom flüssigen Produkts wird
wieder in den Schmelzepuffer geleitet. Damit wird der Kreislauf der zweiten
Stufe geschlossen.
/2/ Klaus Kanoffsky; BASF Presseinformation "PVC und seine wirtschaftliche Bedeutung" 3. Dez. 1992
/3/ Ulrich Winkler; Umwelt Bd.23 (1993) Nr. 6 Juni
/4/ W. Michaeli, M. Bittner; Chem. -Ing.-Tech. 64 (1992) Nr.5 S.422-429
/5/ Thyssen Henschel; Verfahrenstechnik 27 (1993) Nr. 1-2
/6/ R. Köbrunner; Kunststoffe 81 (1991); Heft 4
/7/ J. Schünemann, Diplomarbeit 1993, Institut für Maschinenwesen, "Untersuchung und Bewertung verschiedener Verfahren des chemischen Recyclings von Kunststoffen"
/8/ Dr. Frank Mark, Vortrag über Energie-Rückgewinnung aus Kunststoffen, GVC Jahrestreffen der Verfahrensingenieure in Nürnberg, 05.10.1993